Standpunkte

Für den Bau der Waldschlößchenbrücke

Argumente für die Waldschlößchenbrücke gibt es viele. Warum unterstütze ich den Bau dieser Elbquerung? Es beginnt bei einem Blick auf den Stadtplan. Wenn man das Straßennetz beidseits der Elbe ansieht, läuft dieses auf zwei Punkte zu, die sich an der Elbe gegenüberliegen: den zukünftigen Brückenköpfen. Diese Brücke ist bereits seit 1910 geplant. Unsere Vorgänger in der Stadtverwaltung haben gezielt auf diese Brücke hingearbeitet. Die Entwicklung unserer Stadt geht weiter. Und so ist es folgerichtig, dass wir nun diese Entwicklung zum Abschluss bringen und die beiden Knotenpunkte am Waldschlößchen und in Johannstadt verbinden, mit einer flachen und eleganten Bogenbrücke.

Eine Stadt ist ein Ort an dem Menschen zusammenleben. Dieses Zusammenleben muss funktionieren. Und das bedeutet auch, dass die Bürger Gelegenheit haben, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Dazu müssen sie mobil sein. Eine funktionierende Wirtschaft ist darauf angewiesen, dass die Mitarbeiter mobil sind, statt im Stau zu stehen. Auch unsere schönen Kulturangebote in der Innenstadt profitieren von einer guten Erreichbarkeit. Wirtschaftlicher Erfolg und Lebensqualität einer Stadt hängen an einem flüssigen und zügigen Verkehr. Auch wird die Brücke unverzichtbar, wenn einmal das Blaue Wunder nicht mehr befahrbar sein sollte.

Ich kenne die Argumente der Brückengegner. Auch ich liebe es, auf den Elbwiesen zu spazieren und mit dem Fahrrad zu fahren. Und ist die Weitung des Elbtals am Waldschlößchen nicht ein wunderbarer Flecken Erde? Wenn etwa im Herbst die Bäume der Heide sich schon verfärben, die grünen Wiesen mit Tau bedeckt sind, der blaue Fluss und die bewaldeten Hänge im Sonnenlicht strahlen, dann atme ich durch. Aber muss eine hellblaue Brücke, die mutig den Bogen spannt, diese Komposition wirklich zerstören?

Neben diesen praktischen, wirtschaftlichen und kulturellen Argumenten gibt es aber auch noch ein politisches Argument für den Bau der Waldschlößchenbrücke: Wer soll in Dresden über die Stadtplanung entscheiden – die Bürgerschaft oder die UNESCO? Das Fundament des Erfolgs unserer Stadt ist die 1989 errungene Demokratie. Und die verpflichtet mich, den Bürgerwillen, bekräftigt durch ein klares Votum eines Bürgerentscheids, bei dem 67,92 % für den Bau der Waldschlößchenbrücke gestimmt haben, zu achten. Ich finde es schade, dass wir den Weltkulturerbe-Titel aberkannt bekommen haben. Aber wir bleiben im Herzen Welterbe und werden umso mehr darauf achten, dass sich Kunst und Kultur in unserer schönen Stadt weiter entwickeln.

Die Brücke selbst wird die Dresdner Kulturlandschaft nicht zerstören, sondern auf ihre Art bereichern. Sie wird die Dresdner Verkehrssituation an wesentlichen Punkten entlasten und so einen wichtigen Beitrag zu Verbesserung der Umweltsituation in Dresden leisten. Auch ich als Fußgänger und Fahrradfahrer werde die Waldschlößchenbrücke – im Gegensatz zu einem Tunnel – nutzen können. Deshalb habe ich für ihren Bau beim Bürgerentscheid und im Stadtrat gestimmt. Die Brücke ist seit November 2007 im Bau und soll im Jahre 2012 für den Verkehr freigegeben werden.

Für den Umbau des Kulturpalastes mit erstklassigem Konzertsaal, Städtischer Bibliothek und Herkuleskeule

Dresden ist eine Kulturstadt. Mit diesem Ruf wirbt Dresden weltweit. Davon profitieren Wirtschaft und Tourismus. Zur Dresdner Kultur gehört untrennbar die Philharmonie. Dieses Spitzenorchester kann jedoch seine volle Leistungsfähigkeit in seiner Heimatstadt nicht voll ausspielen und seine Klangvielfalt nur unzureichend entfalten – es fehlt ein Konzertsaal, der heutigen Ansprüchen genügt. Dieser soll im Kulturpalast eröffnet werden.

Seit 1994 wird in Dresden über den Umbau des Kulturpalastes mit Konzertsaal diskutiert. Immer wieder neue Ideen und finanzielle Engpässe haben die Realisierung bislang verhindert. Jetzt liegt mit dem Siegerentwurf des international renommierten Architekturbüros „gmp von Gerkan, Marg und Partner“ ein Plan vor, welcher diesen Wunsch erfüllen kann und für die Stadt finanzierbar ist. Außerdem sprechen für diesen Vorschlag noch folgende Argumente:

  1. Die zentrale Lage des Kulturpalastes. Er ist ideal mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Auto erreichbar. Die geplante direkte Verbindung zwischen der Tiefgarage Altmarkt und dem Haus machen einen bequemen Zugang möglich.
  2. Der neue Konzertsaal wird mit seiner erstklassigen Akustik nicht nur die Freunde der klassischen Musik, sondern auch die Fans des Schlagers und der Popmusik überzeugen. Jede Veranstaltung soll zu einem hörbaren Vergnügen werden. Damit sich dieser Anspruch erfüllt, wird ein renommiertes Akustikbüro den Umbau begleiten. Stets eingebunden in diesen Prozess ist auch die Dresdner Philharmonie.
  3. Der Um- und Ausbau des Kulturpalastes als Konzerthaus und auch der Ausbau der Messe als Ort der Unterhaltungskunst erweitern die Veranstaltungspalette für die Dresdner und ihre Gäste. Im Kulturpalast werden weiterhin 85 Prozent der bisherigen Konzerte und Vorstellungen stattfinden können, ergänzt um solche, für die Dresden bisher keinen geeigneten Ort anbieten konnte. In der Messe können mehr Gäste als im Kulturpalast ihre Stars bewundern. Das Geld für die dort notwendigen Baumaßnahmen ist im Haushalt eingeplant.
  4. Ebenfalls wird im neuen Kulturpalast eine Bibliothek mit modernster Technik integriert und kann somit an zentraler Stelle täglich bis zu 4.000 Besucher erfreuen.
  5. Zusätzlich soll die „Herkuleskeule“ ihre Spielstätte in den Kulturpalast verlegen, so dass das Gebäude zum ersten Mal mit einer Vielfalt an unterschiedlichen kulturellen Angeboten seinem Namen alle Ehre macht und ganztägig belebt und besucht wird.
  6. Der Umbau erfüllt die Anforderungen des Denkmalschutzes. Das für das Haus Typische und Einmalige, insbesondere in der äußeren Gestalt und der zentralen Innenbereiche wie Foyer und Treppenhäuser, werden erhalten. Gleichzeitig kann ein mit den Ansprüchen der heutigen Zeit ausgestatteter Saal hineingebaut werden.
  7. Es gibt kein schlüssiges Alternativkonzept. Würde der Kulturpalast mit einem Mehrzwecksaal erhalten bleiben, bekommt Dresden wieder keinen modernen Konzertsaal. Solide Finanzierungskonzepte zum Bau und zur Betreibung eines eigenständigen Konzertsaals existieren nicht.

Unsere Kulturstadt, die Philharmonie und das Dresdner Publikum wollen und brauchen endlich einen erstklassigen Konzertsaal, der internationalen Ansprüchen genügt. Dieser soll nicht in zwanzig Jahren, sondern zeitnah und ohne neue Schulden realisiert werden. Deshalb unterstütze ich den Umbau des Kulturpalastes.

Für einen Dresdner Gedenktag an die Friedliche Revolution am 8. Oktober

Die Einrichtung eines Dresdner Gedenktages am 8. Oktober ist eine gute Möglichkeit, die Ereignisse vom Herbst 1989 in wacher Erinnerung zu behalten. Er ist Gelegenheit, den Mut der Menschen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und deutlich zu machen, dass Demokratie, Meinungsfreiheit und freie Wahlen keine Selbstverständlichkeiten sind.

Ziel ist es, die Geschehnisse angemessen zu würdigen, das für Dresden Typische und Einzigartige deutlich zu machen, ohne aus zum Blick zu verlieren, dass es viele Menschen an verschiedenen Orten waren, welche die SED-Diktatur zum Einsturz brachten.

Vor diesem Hintergrund bin ich für die Einrichtung eines Dresdner Gedenktages. Am 8. Oktober 1989 kam es nach einer Demonstration von rund 20.000 Menschen in Dresden zu einem Gespräch zwischen dem damaligen Oberbürgermeister Berghofer und der „Gruppe der 20“. Die Staatsmacht ließ sich auf einen Dialog ein; die Tür zu einer gewaltlosen Auseinandersetzung war geöffnet. Damit ist der 8. Oktober ein Symbol für die Friedliche Revolution in Dresden, aber auch über die Stadtgrenzen hinaus. Das Datum ist Gelegenheit, die Einmaligkeit und das Historische der Ereignisse deutlich zu machen. Er ist Anspruch an den Stadtrat und an die Stadtverwaltung sich jedes Jahr aufs Neue damit auseinanderzusetzen, in welcher Form der Friedlichen Revolution würdig gedacht werden soll. Er ist ein Auftrag an die nächsten Generationen, sich mit der Bedeutung der Ereignisse zu beschäftigen und sie im Gedächtnis der Stadt zu behalten.